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Rathaus
Das Friedberger Rathaus

Rathaus von Osten
Das Rathaus ist der 3. Rathausbau in Friedberg aus der Zeit der Renaissance.





Das erste Rathaus wurde bei der Stadtgründung 1264 als Holzbau gebaut.
Das zweite Rathaus wurde im Jahr 1404 bereits aus Stein gebaut.
Der dritte und jetzige Bau aus den Jahren 1673/74 wurde nach einem Entwurf eines Schülers von Elias Holl gebaut.

Rathaus
Rathaus um 1900
Bis zum 19. Jh. war im Westteil des Erdgeschosses die Schranne (Getreidelager mit Verkaufsstelle), im Ostteil das Brothaus (Verkaufsstelle der Bäcker) untergebracht. Ebenso war im Rathaus auch das Polizei-Gewahrsam (früher Kälber-Keller genannt). An der Ostseite des Rathauses war ein Zollladen zur Erhebung des Stadtzolles.
Rathaus
Rathaus um 1920
Die Ostseite des Obergeschosses war schon beim Bau 1673/74 für den Rathaussaal vorgesehen. Die schöne Kassettendecke stammt noch aus der Bauzeit. Zur weiteren Saalausgestaltung kam es aber aus Geldmangel nicht mehr. Die schweren Kriegslasten von 1702 und 1796 waren wohl die Ursache. Der große Raum diente als Registratur, bis er 1892 von dem Münchner Historienmaler Josef Widmann malerisch ausgestattet wurde.

Im unteren Teil des Rathauses ist derzeit das Bürgerbüro der Stadt Friedberg untergebracht. Im den ehemaligen Räumen des Bürgermeisters im ersten Obergeschoß befindet sich nun das Standesamt. Der Rathaussaal wird für Veranstaltungen und als Sitzungssaal des Friedberger Stadtrats genutzt.

Rathaussaal

Westwand

Am 3.8.1582 fuhr König Matthias von Ungarn und der Großmeister des Deutschen Ordens, Maximilian, Bruder des Deutschen Kaisers, mit 55 Kutschen nach Augsburg. Sie besuchten am 5.8.1582 den im Friedberger Schloss residierenden Herzog. Wilhelm von Bayern, der zu Ehren seiner Gäste ein großes Scheibenschießen veranstaltete . Der Herzog privilegierte an diesem Tage die Friedberger Schützengilde. Das Privileg bestand im Abschuss eines Hirschen in den herzoglichen Wäldern und 8 Pfund Pfennigen.

Saal West Mitte
Mitte: Herzog Wilhelm V., der Fromme, Herzogin Renata (aus Lothringen) und deren Kinder Maximilian und Maria Anna.
Rechts: König Matthias in rotem Wams. Erzherzog Maximilian im schwarzen Wams des Deutsch-Herren-Ordens. Dazwischen Sibylla Gräfin Fugger-Nordendorf. Dahinter Graf Markus III. Fugger-Nordendorf und Höflinge.
Links: Die Friedberger Schützengilde empfängt vom Herzog die Bulle mit dem Privileg.

An den beiden Schmalseiten sind in den Kartuschen Fürsten und Fürstinnen dargestellt, die mit Friedberg eng verbunden waren.

Südwand

Saal Nord
Links: Herzog Ludwig im Barte (1365/1447). Er ließ 1409 die Holzwehr durch steinerne Mauern und Türme ersetzen.
Mitte: Margarete v. Brandenburg, Sie erhielt bei der Hochzeit mit Ludwig dem Höckeringen Schloss und Stadt Friedberg als Morgengabe und nahm 1445 ihren Witwensitz im Friedberger Schloss.
Rechts: Herzog Georg der Reiche (1445/1503). Er begründete in Friedberg 1495 reiche Almosenstiftungen. Dazwischen Friedberger Trachten des 16. Jahrhunderts.

Nordwand :

Saal Süd
Links: Herzogin Christina von Lothringen (Mutter der Herzogin Renata) . Sie nahm ab 1568 ihren Witwensitz im Friedberger Schloss und feierte in diesen Jahren unter Mitwirkung von Orlando di Lasso rauschende Hoffeste.
Mitte: Herzog Albrecht V. der Großmütige (1528/1579). Er begründete für die Wittelsbacher das Erstgeburtsrecht für alle bayerischen Gebietsteile.
Rechts: Herzogin Maria Anna von Österreich, Gattin von Kurfürst Maximilian I, von Bayern. Sie verbrachte ab 1654 ihre Witwenjahre im Friedberger Schloss. Bayerische Kriegsknechte.

Ostwand:

Saal Ost rechts
Vor der Stadtansicht von 1892 allegorische Darstellungen der Ereignisse, die Friedberg prägten:
Der Landmann findet ein Schwert aus der Hunnenschlacht 995 auf den Lechfeld. Die Kriegswirren sind gefesselt und die Friedensgöttin wacht über die Stadt.



Erker:
Im Medaillon ist der Bayerische Regent von 1892, Prinzregent Luitpold dargestellt.



Rathausplatz





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